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In Schleswig-Holstein gibt es 100000 organisierte Reiter und 60000 registrierte Pferde. Dieses Potential soll auch für den Tourismus auf Sylt erschlossen werden. Die vorhandenen 28 Kilometer Reitwege sind dafür aber zu wenig. Dr. Deike Timmermann vom Büro für Landschaftsentwicklung in Kiel und Lars Rohde aus dem Büro Bonin & Körkemeyer in Leck zeigten jetzt den Mitgliedern des Landschaftszweckverbandes ihre Vorstellungen eines Reitwegenetzes auf Sylt. Hierbei bezieht man sich auf die guten Erfahrungen im Herzogtum Lauenburg und auch auf Fehmarn. Allerdings nimmt die Entwicklung mindestens fünf Jahre in Anspruch, da es diverse Genehmigungsverfahren zu durchlaufen und Grundstücksfragen zu klären gilt. Ziel ist es in Zukunft die drei bestehenden Reitwege in Sylt-Ost, Norddörfer und südlich von Westerland miteinander zu verbinden. Zur Steigerung der Attraktivität sollen, unter anderem, Erweiterungen nach Norden und Süden geschaffen werden. Die Bürgermeister der Gemeinden sehen diese Planungen mit unterschiedlichen Augen. Hörnums Bürgermeister Rolf Speth kann sich gut eine Trassenführung bis nach Hörnum-Nord vorstellen. Joachim Schweitzer, Bürgermeister List, im Gegenzug hält eine Trasse bis nach Blidsel mit eingeschränkten Reitmöglichkeiten am Strand zwischen Kampen und List für denkbar. Die Bürgermeister der Gemeinden Kampen und Wenningstedt sehen das Problem aber differenzierter, so kann sich Harro Johannsen für Kampen lediglich das Reiten am Flutsaum außerhalb der Saison vorstellen. Die Bedenken von Karl-Heinrich Schmidt für die Gemeinde Wenningstedt sind noch größer - er schließt die Nutzung des Strandes durch Reiter, angesichts der vielen Spaziergänger, grundsätzlich aus. Aber auch eine Ausweitung der Reitwege im Osten der Insel ist nicht problemlos möglich, da im Bereich des Flughafens einzelne Naturbereiche beruhigt werden sollen und so den Reitern nicht zur Verfügung stehen. Trotzdem erscheint der Ausbau der Reitwege auf der Insel Sylt für den Tourismus ein interessanter Aspekt zu sein, der hoffentlich von den Verantwortlichen auch weiter verfolgt wird.
Ralf Langmaack 19.04.2005 |