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Am 01. Januar 2003 übernahm Westerlands Tourismusdirektor Peter Douven seine Tätigkeit als Geschäftsführer der FVZ (Fremdenverkehrszentrale) Westerland. Jetzt, keine 14 Tage später hat Herr Douven sein Amt niedergelegt. Hintergrund ist eine Überschuldung der FVZ, die keinen Finanzspielraum mehr zulässt. Nach Informationen der Sylter Rundschau liegt die Verschuldung bei 160.000 Euro. Im Oktober 2002, als der Tourismus-Service Westerland eine Übernahme von 50 Prozent der Anteile an der FVZ angeboten hat ging man bereits von einer Überschuldung von 125.000 Euro aus.
Die detaillierte Sichtung der Unterlagen des FVZ wurde scheinbar erst in der vergangenen Woche, also nach der Übernahme der Anteile, vorgenommen. Nach Auskunft von Peter Douven wurde ersichtlich, dass die, von der FVZ getroffenen, Liquiditätsprognosen den eigenen Berechnungen des TSW nicht standhielten. Offene Rechnungen und die Höhe der Kreditrahmen der Banken würden für eine Deckung der anstehenden Kosten der kommenden Monate nicht ausreichen.
Als Konsequenz ist neben dem Geschäftsführer ebenfalls der komplette Aufsichtsrat zurückgetreten. Herr Douven zeigte sich entsetzt und verärgert, da man wohl in ein offenes Messer gelaufen sei. Gespräche mit Kreditinstituten habenbereits deutlich gemacht, dass eine Erweiterung des Kreditrahmens nicht möglich ist.
Laut Informationen der Sylter Rundschau würde auch der Verein Sylter Unternehmer von der Insolvenz des FVZ schwer getroffen werden, da er im vergangenen Jahr eine Bürgschaft über 50.000 Euro gegeben hat. Nach unseren Informationen betrug die Bürgschaft aber nur 25.000 Euro und wurde dem Fremdenverkehrsverein (FVV) Westerland und nicht der FVZ gewährt. Der FVV ist zwar Gesellschafter der FVZ, aber bisher von der Insolvenz noch nicht direkt betroffen. Zudem stehe der Bürgschaft eine Sicherheit gegenüber.
Bürgervorsteherin Gerda Wimmer zeigte sich erschüttert, da die FVZ den Pool für mehr als 700 Westerländer Kleinvermieter gebildet hat und zwölf Mitarbeiter beschäftigte. Die Januargehälter sollen zumindest noch vom Tourismus-Service angewiesen werden. Aber die weitere Zukunft ist vollkommen ungewiss.
Die von Herrn Douven im Rahmen der Übernahme seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der FVZ getroffene Aussage, dass sich für die Gastgeber und Gäste bei der FVZ nichts ändern werde, muss jedenfalls als vorschnell und übereilt bewertet werden.
Ralf Langmaack 13.01.2003
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