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In den letzten zwei Wochen wurden am Nössedeich vier Lämmer gerissen und zwei Mutterschafe verletzt. Für den Schafzüchter John-Ricklef Petersen sind solche Vorfälle nicht neu, neu ist allerdings die Häufigkeit der Angriffe.
Schilder an den Deichübergängen fordern Hundehalter unmissverständlich dazu auf "Hunde an kurzer Leine" zu halten. Diese Aufforderung wird aber leider von vielen Hundehaltern ignoriert. Werden diese Hundehalter vom Schafzüchter auf ihr Fehlverhalten angesprochen, bekommt er regelmäßig zu hören, dass der Hund den Tieren doch nicht tue. Auch Beschimpfungen durch die Hundehalter sind dabei keine Seltenheit. Zu Recht ärgert sich Petersen darüber, dass das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter nicht soweit reicht einen Angriff ihrer Hunde auf die Schafe zu melden – lediglich ein Tourist hatte sich telefonisch entschuldigt, weil sein Dobermann sich von der Leine gerissen hatte und ein Schaf an der Schulter verletzt hatte. Die Morsumerin Hella Hoffmann beobachtete vor einigen Tagen einen freilaufenden Hund, der die Lämmer auf dem Deich jagte. Der Hundehalter darauf angesprochen, teilte ihr mit, dass die Lämmer doch sowieso im Kochtopf landen. Wie sie getötet werden, sei doch egal.
Auf einer Strecke von über zehn Kilometer grasen 500 Schafe und Lämmer am Nössedeich. Eine solche Fläche kann nicht vollständig beaufsichtigt werden.
Abgesehen davon, dass auf der ganzen Insel Sylt ein Leinenzwang für Hunde besteht, gibt es immer noch genug Möglichkeiten seinen Hund, unter der Rücksichtnahme auf andere Tiere frei laufen zu lassen.
Ralf Langmaack 05.05.2003
© 5.05.2003 SyltInfo |