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Die Sylter Algenfarm züchtet Naturprodukte für vielseitige Verwendung. Die Algen veredeln Lebensmittel und finden Anwendung in der medizinischen Kosmetik.
Professor Dr. Klaus Lüning beschäftigt sich seit 40 Jahren mit diesen besonderen Meereslebeswesen – er verfasste seine Doktorarbeit über die Algen vor Helgoland und auch bei seiner Tätigkeit für die Biologische Anstalt Helgoland und für das Alfred-Wegener-Institut hat er das Meeresgemüse nicht aus den Augen verloren.
Einen Tag nach seiner Pensionierung im Jahr 2006 gründete er zusammen mit der Dittmeyers Austern-Compagnie die Sylter Algenfarm. In dieser in ihrer Art einzigartigen Zuchtanlage an der Nordseeküste wachsen in 40 Bassins die Algen. Gezüchtet wird die Braunalge Laminaria und die Rotalgen Palmaria und Soliria.
In einer Ruhephase zwischen Juni und Dezember tanken die Algen Kraft, um dann in der Wachstumsphase zwischen Januar und Mai auf die dreifache Größe anzuwachsen. Zur Zeit bringt die jährliche Ernte eine Ertrag von etwas weniger als einer Tonne. Die aktuelle Nachfrage liegt aber schon jetzt fünfmal so hoch. Aus diesem Grund gibt es Pläne die Algen auch im Lister Wattenmeer anzubauen.
Hauptabnehmer ist ein Unternehmen in Niedersachsen, dass aus den Algen vegetarische Spezialitäten herstellt. Aber auch in der Sylter Spitzengastronomie, z.B. im Restaurant Jörg Müller, finden die Algen Verwendung. Sie zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen, unter anderem auch Jod, aus und sind ähnlich wertvoll für die Ernährung wie Gemüse.
Die Kieler Firma Inwater Biotec nutzt die Algen in der medizinischen Kosmetik für Cremes und Lotionen. Hier liegt der Vorteil in der Anwendung als Pflegeserie bei Hauterkrankungen. Diese Pflegeserie wird inzwischen in Apotheken und Wellness-Einrichtungen an der gesamten deutschen Küste vertrieben. Für den Herbst ist die Eröffnung eines Fachzentrums für medizinische-kosmetische Behandlungen geplant.
Ralf Langmaack 18.04.2008 |