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In diesem Jahr werden eine Million Kubikmeter Sand vor Sylt aufgespült, um so die Westküste der Insel zu schützen und zu erhalten. Die Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro werden dabei vom Land Schleswig-Holstein und vom Bund getragen. Die Arbeiten müssen aber jährlich wiederholt werden, da Stürme in den Wintermonaten für eine erneute Erosion des Sandes sorgen. Ein Tüftler aus Dänemark hat mit einer einfachen Erfindung genau dieses an dänischen Küstenabschnitten gestoppt. Durch diese Idee könnte auch vor Sylt der Strand mit sehr viel weniger Geld und Aufwand geschützt werden. Poul Jacobsen vom "Skagen Innovation Center" setzt einfach zwei Meter lange Kunststoffrohre in den Sand des Strandes. Durch das Rohr werden die Druckunterschiede in den Sandschichten ausgeglichen und so durch die Wellen in den unteren Schichten mehr Material abgelagert wird. Auch in Dänemark waren viele gegenüber diesem Verfahren skeptisch. Die Ergebnisse auf einem einen Kilometer langen Testabschnitt südlich von Skagen zeigen aber, dass sich nach dem Einbringen der Rohre innerhalb von zwei Jahren 7790 Kubikmeter Sand abgelagert haben - entsprechend sieben Kubikmeter pro laufenden Meter - , während es auf südlicheren Vergleichsstrecken zu Verlusten zwischen drei und zehn Kubikmeter Sand pro laufenden Meter kam. Im Frühjahr 2005 wurde jetzt durch das dänische Verkehrsministerium, das für den Küstenschutz zuständig ist, ein erster offizieller Versuchsabschnitt eingerichtet. Zuvor hatte eine Kommission unter dem Vorsitz von Hans F. Burcharth, Technikprofessor an der Universität Aalborg, die deutlichen Unterschiede in der Entwicklung der Strandabschnitte mit Rohren im Vergleich zu denen ohne Rohre bestätigt. Poul Jacobsen machte seine Entdeckung im Rahmen eines Forschungsauftrages über den Einfluss des Grundwassers auf die Küstenerosion. Zwischenzeitlich ist seine Entwicklung in 40 Ländern als Patent angemeldet. Die Rohre bestehen unten aus PVC und oben aus Stahl, haben einen Durchmesser von ca. 5 cm und werden in einem Abstand von zehn Metern in einer Reihe senkrecht in den Sand eingesetzt. Die einzelnen Reihen haben einen Abstand von 100 Meter. Jacobsen sieht sein Verfahren als kostengünstiger, effektiver und umweltfreundlicher als die bisherigen Sandaufspülungen. Die Kosten für sein System betragen nur etwa ein Viertel der Kosten für die regelmäßigen Sandvorspülungen und zudem entfällt der Energieaufwand und die Störungen der Lebensräume an den Stellen des Meeresgrundes von denen der Sand entnommen wird. Obwohl Peter Beißmann vom Amt für Ländliche Räume und zuständig für den Küstenschutz auf Sylt von der vorgestellten Lösung angetan ist hat er gewisse Zweifel, da der Tidenhub an der Sylter Küste höher ist als im nördlichen Jütland. Hier sind unter Umständen Veränderungen an den Rohren erforderlich. Auch steht noch eine Stellungnahme der Kurverwaltungen hinsichtlich der Rohre am Badestrand aus. Trotzdem ist das erste Angebot ein Testfeld auf Sylt zu errichten bisher ohne Erfolg geblieben, da ein konkretes Konzept für einen bestimmten Strandabschnitt auf Sylt bisher nicht vorgelegt wurde. Dieses soll jetzt aber im Laufe der nächsten Monate nachgeholt werden.
Ralf Langmaack 18.05.2005
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