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In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn trotz langfristiger Anmeldung nicht in der Lage ist eine Gruppe von 50 Touristen, zu der auch acht Rollstuhlfahrer zählen, von Bad Kreuznach nach Sylt zu befördern. Als Alternative zeigte sich zuerst nur das Chartern eines Spezialbusses, dass allerdings mit Kosten zwischen 3.000,00 bis 4.000,00 Euro ohne die Überfahrt mit dem DB AutoZug die Kasse des "Verein zur Förderung körperbehinderter Menschen" fast das gesamte Vereinsvermögen aufgebraucht hätte.
Die Medien und Politiker haben sich zwischenzeitlich dem Problem angenommen. Auch die Deutsche Bahn lenkt ein und hat dem Verein angeboten einen Teil der Gruppe und sechs Rollstuhlfahrer in dem gewünschten Zug zu transportieren. Ein anderer Teil, zwei der Rollstuhlfahrer und das Gepäck sollte dann parallel in einem Bus befördert werden. Die Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst geht davon aus der Reisegruppe einen Komplettservice zu einem moderaten Preis angeboten zu haben. Interessant erscheint dabei, dass es ursprünglich hieß, dass aus Sicherheitsgründen maximal zwei Rollstuhlfahrer pro Zug befördert werden dürfen.
Der sozialpolitische Sprecher der Kieler SPD-Fraktion Wolfgang Baasch und auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Harry Carstensen kritisieren das Verhalten der Deutschen Bahn. Carstensen stellte fest, dass laufend neuen Ärger auf der Bahnstrecke nach Sylt gibt, und will jetzt politischen Druck auf das Unternehmen ausüben. Der erste Schritt ist eine geplante Vorladung der Deutschen Bahn vom Bundestagsausschuss für Verbraucherschutz zu einer Anhörung. Im Rahmen dieser Anhörung will Carstensen dann auch weitere Reizthemen der Sylter, wie die Fahrplangestaltung und die Fahrpreise, ansprechen.
Das mittlerweile ein privates Eisenbahnunternehmen angeboten hat die ganze Reisegruppe in einem behindertengerechten Sonderzug nonstop von Bad Kreuznach nach Westerland zu bringen, lässt das Angebot der Deutschen Bahn ziemlich blass aussehen.
Ralf Langmaack 27.01.2003
© 27.01.2003 SyltInfo |