|
Archäologen finden Langhaus auf Sylt
|
|
|
|
|
|
|
|
Für den Hobby-Archäologen Martin Lange ist das Gewerbegebiet Sylt-Ost eine wahre Fundgrube. Bereits vor drei Wochen entdeckte er dort, freigelegt durch die aktuellen Baumaßnahmen für das Gewerbegebiet ein Grubenhaus.
Jetzt wurde er nur wenige Meter weiter erneut fündig und entdeckte vier weitere Grubenhäuser. Das Landesamt entsandte zur Begutachtung dieses Fundes am vergangenen Montag fünf Mitarbeiter. Während der Begutachtung wurde von einem Baggerfahrer etwa 50 Meter von den Grubenhäusern ein Langhaus entdeckt. Der Grabungsleiter Dr. Hans Joachim Kühn stellte als Besonderheit des Langhauses fest, dass dieses seinerzeit sehr schnell abgebrannt sein muss. Das Langhaus stammt aus der Zeit um 400 nach Christi Geburt. Im Inneren des Langhauses wurden Tonscherben, Reste abgebrannter Tongefäße, Webgewichte und eine Getreide-Drehmühle gefunden.
Da vermutet wird, dass im Umfeld des Langhauses eine ganze Siedlung vorhanden sein könnte, wurden Verhandlungen mit der Baufirma zur Verschiebung der Bauarbeiten aufgenommen. Zugleich wird mit Schleswiger Landesamt die Finanzierung der Ausgrabung abgeklärt. Ohne einen positiven Bescheid aus Schleswig wird das Grabungsfeld in wenigen Tagen wieder zugeschüttet.
Bereits im November 2002 hat Martin Lange auf der neuen Trasse für die Umgehungsstrasse um Keitum einen Urnenfriedhof aus der Zeit 200 nach Christi Geburt entdeckt. Ingesamt sechs Urnen hat Lange gefunden, darunter eine vollständig erhaltene tönerne Urne. Diese Urne wurde auf einer Drehscheibe getöpfert und wie eine mittelalterliche Keramik gebrannt. Daraus konnte geschlossen werden, dass diese Urne nicht aus heimischer Produktion stammten kann, sondern wahrscheinlich aus dem Rhein-Maas-Gebiet. Höchstwahrscheinlich wurden in dieser Urne die sterblichen Überreste einer Frau bestattet, denn bei den Grabbeigaben handelte es sich um einen Knochenkamm, zwei Nadeln, Perlen, einen Miederhaken und einen Armring aus Silber.
Ralf Langmaack 05.03.2003
© 5.03.2003 SyltInfo |