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Auch die zweite Verhandlungsrunde zum Erwerb der über 500 Immobilien in den Gemeinden List, Westerland und Hörnum blieb ohne Erfolg. Der Bund geht bei der Wertermittlung nach wie vor vom Grund- und Bodenwerte der 225 Wohneinheiten in Westerland, 202 Wohneinheiten in List und 112 Wohneinheiten in Hörnum aus. Die sich aus dieser Vorgabe ergebende Summe von 107 Millionen Euro als Kaufpreis für die Immobilien ist unrealistisch, da die überwiegend touristische Nutzung der Immobilien auf Sylt den Grund- und Bodenwert in die Höhe getrieben hat. Ein Ankauf zum, von Seiten des Bundes, geforderten Preises würde die Wohnungsmieten in Westerland auf über 19 Euro je Quadratmeter ansteigen lassen.
Geboten hatten die drei betroffenen Gemeinden eine Summe von 35 Millionen Euro und auch durch entsprechende Abschläge auf die geforderte Summe von 107 Millionen Euro begründet. Zum einen geht der Bund im Rahmen seiner Wertermittlung von einer Restnutzungsdauer der Gebäude von 50 Jahren aus. Allerdings sind die meisten Gebäude bereits 50 Jahre alt und bautechnisch mangelhaft - die Wärmedämmung entspricht genauso wenig dem heutigen Standard, wie auch die Bäder und Küchen. Das Kommunale Liegenschafts Management (KLM) der drei Gemeinden geht von einem Sanierungsbedarf in den nächsten 10 bis 15 Jahren in Höhe von 31 Millionen Euro aus. Weitere Abschläge von jeweils 15 Prozent seien als Risikoabschlag und als Paketnachlass erforderlich.
Ein Einzelverkauf der bundeseigenen Objekte zum jetzigen Zeitpunkt würde den Immobilienmarkt auf der Insel kollabieren lassen, da zur Zeit schon ca. 500 Objekte angeboten werden.
Hinzu kommt die sozialpolitische Verantwortung des Bundes, da die Gemeinden auf den Wohnraum angewiesen sind, denn Sylt keine Ausweichflächen für den Neubau von Mietwohnungen. In List leben 450 Einwohner in bundeseigenen Objekten, dass sind fast 20% der gesamten Einwohnerzahl der Gemeinde. Hier ist und bleibt der Bund gefordert für den Erhalt der Mietwohnflächen zu sorgen.
Ralf Langmaack 29.11.2002 |