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Vor einem Jahr entschieden sich die Westerländer Bürger für die Umsetzung des Entwurfes des Planers Jörn Wagner für die Neugestaltung der Friedrichstraße. Mehrere Auszählungen wurden notwendig und am Ende stand das Ergebnis - eine einzelne Stimme gab den Ausschlag.
Jetzt liegt der Stadt Westerland ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten über das zu verwendende Material vor. Dieses Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Quadratmeterpreis für das ausgewählte China-Granit ungefähr doppelt so hoch wie bisher vorgesehen, nämlich mit 300 €/m² zu veranschlagen ist.
Bürgermeisterin Petra Reiber hat umgehend Jörn Wagner kontaktiert, doch diese verwies auf ein vergleichbares Projekt in Rostock, wo das Material nach seinen Angaben für deutlich unter 150 €/m² eingekauft werden konnte.
Ein weiteres Problem auf das im Gutachten hingewiesen wurde sind die immensen Personalkosten für die geplante Verlegung des Granits. Das Material kann nur nach einem Verlegeplan verarbeitet werden, da fünf verschiedene Granitsorten in 24 verschiedenen Größen Verwendung finden sollen. Laut Gutachter müssten somit immer zwölf Paletten mit unterschiedlichem Material vor Ort vorhanden sein.
Aus den Ausführungen des Gutachtens hat die Westerland einen voraussichtlichen Mehraufwand von ca. 400.000 € ermittelt - eingeplant waren bereits 1,356 Mio. €. Daraufhin wurden vom Finanzausschuss sämtliche Mittel gesperrt. Auch die Verlegung einer Musterfläche von 100 m² ist somit auf Eis gelegt.
Jetzt soll eine Prüfung erfolgen, ob diese neuen Informationen den Vertrag mit dem Planer Jörn Wagner eventuell zunichte machen. Als Konsequenz hieraus könnte ein neuer Bürgerentscheid notwendig werden. Dieses dann aber frühestens in einem Jahr, den ein Bürgervotum gilt für zwei Jahre.
Ob die Westerländer Bürger unter diesen neuen Voraussetzungen für den Entwurf von Herr Wagner gestimmt hätten kann wohl bezweifelt werden, wobei abzuwarten bleibt, ob es gelingt das China-Granit für den vom Planer angegebenen Preis zu beschaffen. Wichtig wäre auf jeden Fall eine schnelle Umsetzung der Neugestaltung der Friedrichstraße als Visitenkarte der Stadt Westerland.
Ralf Langmaack 22.09.2002
© 22.09.2002 SyltInfo |