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Vorgetäuschter Selbstmord
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Was sich zuerst als tragischer Selbstmord darstellte, scheint inzwischen der gut geplante Versuch eines Gauners zu sein, um abzutauchen. Die Polizei geht davon aus, dass der Selbstmord des wegen Betruges vorbestraften Kaufmanns Markus V. aus dem hessischen Friedberg am vergangenen Freitag nur vorgetäuscht war.
Bereits am Dienstag mietete sich der 31-Jährige bis einschließlich Freitag in einem Westerländer Hotel in Strandnähe ein.Am Donnerstag wurde er gegen 22.30 Uhr zum letzten Mal gesehen. Am Freitag fand man in seinem Zimmer einen vierseitigen Abschiedsbrief, eine halbleere Flasche Wodka und Schlaftabletten. Er habe wegen finanzieller Probleme den Freitod gewählt. Seinen kleinen Scotch-Terrier wolle er mit in den Tod nehmen.
Die Kleidung und Papiere, die die Polizei am Strandübergang "Himmelsleiter" fand, bestätigten den ersten Verdacht. Da aber trotz der vorherrschenden Wind- und Strömungsverhältnisse sich in den folgenden Tagen weder die Leiche des Mannes noch seines Hundes angetrieben wurden, begann die Kripo mit weiteren Nachforschungen. Dabei ergab sich, dass der silberne Porsche mit dem Kennzeichen FB-ZZ 850 ebenfalls verschwunden war.
Den Wagen hatte sich der Kaufmann am 15.November in Hofheim in Hessen von einem Händler ohne Zahlung des Kaufpreises von 93.000,00 Euro, ergaunert. Markus V. wurde zwar auf Sylt nicht mit dem Fahrzeug aufgefallen war, wurde von einem Zeugen am Tag seiner Anreise mit dem Porsche gesehen. Das Fahrzeug wurde scheinbar in der Nähe des Bahnhofes geparkt. Dort wurden in der Nacht des Verschwindens von Markus V. von einem Pkw die Kennzeichen gestohlen. Es ist möglich, dass der Porsche jetzt das Kennzeichen NF-XS 100 trägt.
Auf den vorbestraften Kaufmann wartet am 4. Dezember eine Gerichtsverhandlung in Marburg. Die Kripo hat jetzt die Ermittlung wegen weiterer Betrügereien aufgenommen und vermutet, dass Markus V. in Osteuropa abtauchen will.
Ralf Langmaack 26.11.2003
© 26.11.2003 SyltInfo |