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Kein neuer Wald   Drucken 

Im Winter 1999 verwüstete der Sturm "Anatol" das kleine Wäldchen zwischen Braderup und Kampen. Auf 2,4 Hektar fielen Fichten und Kiefern den hohen Windstärken zum Opfer. Für die Eigentümerin und das Forstamt Nordfriesland war es eigentlicher ein klarer Fall. Das Landeswaldgesetz schreibt die Aufforstung abgeholzter Waldflächen vor. Der zuständige Bezirksförster Walter Rathkens plante die Monokultur, angepflanzt im Jahr 1959 jetzt durch einen Mischwald zu ersetzen.

Der Landesarchäologe Professor Joachim Reichstein war aber die Erhaltung der freien Fläche eine ebenso klare Angelegenheit. Die Grabhügel bilden wieder, durch Sichtachsen verbunden, einen Zusammenhang.

Im Frühjahr 2001 wurden die Aufforstungsarbeiten wegen Bedenken der Denkmalschutzbehörde gestoppt. Die Eigentümerin hatte allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits 30.000,00 DM in die geplante Neuanpflanzung investiert. Mehrere abgelehnte Widersprüche endeten dann in einer Klage gegen den Kreis Nordfriesland. Im Herbst 2002 wurde der Eigentümerin vom Verwaltungsgericht Schleswig Recht gegen, mit der Begründung, dass die Grabhügel in der näheren Umgebung durch gar nicht oder nur geringfügig beeinträchtig würden.

Die Denkmalschutzbehörde legte gegen diese Entscheidung Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig ein. In dieser Woche reisten dann fünf Richter, die Protokollführerin, Anwälte und Beigeladene auf die Insel, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Am 1. Oktober wurde jetzt in zweiter Instanz entschieden, dass der Denkmalschutz schwererwiegt. Der Erste Senat gab dem Landesarchäologen Professor Joachim Reichstein Recht und sprach sich für die Erhaltung der freien, steppenartigen Landschaft in der Umgebung der prähistorischen Grabhügel in der Braderuper Heide aus. Das Wäldchen wurde somit im Winter 1999 von "Anatol" endgültig von der Insel geweht.

Ralf Langmaack 03.10.2003


© 3.10.2003 SyltInfo


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 20.10.2014 - 11:19:12 Uhr_
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